14. Spieltag Kreisliga Ost: SV Chemie Dohna 2. - LSV Gorknitz 1. 4:3

Bericht: C. Lawrenz


Derbyschlappe zum Auftakt

 

Das erste Spiel der Rückrunde war geprägt von vielen Frageichen. Wie sattelfest ist die neue Gorknitzer Truppe? Welche Spieler spielten in der zweiten Vertretung der Dohnaer mit?


Bei den Gastgebern ging es in der Vorbereitung drunter und drüber. Der Trainer wurde "zum Gehen überredet" und die Anzahl der Spieler in den Testspielen war mehr als schwankend. Aber man war sich bewusst, dass im kleinen Derby schon eine schlagkräftige Truppe gegen die Gorknitzer antreten würde. Auf Seiten des LSV war man personell gut gerüstet, denn durch die 5 Neuzügänge im Winter war man in der Breite sehr gut aufgestellt, um die gewohnten 3/4 Absagen locker zu kompensieren bzw. gleichwertig zu ersetzen. Auch taktisch war man bestens vorbereitet. Die Gorknitzer Spionageabteilung leistete hervorragend Arbeit, so war es keine Überraschung, dass der Gastgeber wieder mit einem klassischen Libero agierte, welcher aufgrund seines hohen Alters und stark nachlassendem Tempo sich hauptsächlich auf das "Vorplautzen" konzentrieren würde. Der LSV wollte im Dohnaer Käfig trotzdem seine spielerische Linie verfolgen.

 

Die Bemühungen um Spielkontrolle und fußballerische Glanzpunkte waren auf Seiten von Gorknitz von Beginn an zu erkennen, blieb aber weit unter den Erwartungen. Man war bedacht darauf über die Außen für Gefahr zu sorgen, scheiterte aber meist am ungenauen Abspiel und fehlender Laufbereitschaft, hinzu kam noch, dass die Giftigkeit in den Zweikämpfen fehlte. Dohna konzentrierte sich auf ganz einfache Mittel: aggressiv in den Zweikämpfen, hoch und weit nach vorn auf die technisch starken Spielern, allen voran Stürmer Krebs, welcher schon öfters gegen die Gorknitzer bewiesen hatte, was er am Ball kann. Zum Leidwesen des Gorknitzer Trainers fanden seine Mannen kein Gegenmittel gegen diese simple Spielart. Nachdem der LSV die ersten 10 Minuten alles im Griff hatte, verlor man Mitte der ersten Hälfte zunehmend den Faden. Die Dohnaer gewannen in der Zentrale immer mehr die Oberhand und erspielten bzw. erkämpften sich durch starke Einzelleistung 2 Großchancen, die von Keeper Nagel stark vereitelt wurden. Doch bei der Dritten war er dann machtlos. Ein Einwurf von rechts fand in der Mitte einen Abnehmer, dieser passte relativ ungestört auf die Gegenseite wo Krebs völlig frei stand und sich in Ruhe im Eins-gegen-Eins den Innenverteidiger Mühle zu recht legen sowie zur verdienten 1:0 Führung einschieben konnte. Von der angestrebten Dopplung durch Verschieben war nix zu sehen. Gorknitz war nun sichtlich angeschlagen und fand nur schwer wieder in die Spur. Der Ausgleich in der 37.Minute kam dann relativ überraschend. Das neu formierte Sturmduo Lawrenz/Uhlemann zeigte, warum Coach Freudenberg auf diese Paarung gesetzt hat. Uhlmann erlief sich im Höchsttempo den Ball, behauptete diesen stark und legte rüber auf Lawrenz, welcher von der Strafraumgrenze den Ball in die Maschen brachte. Der Treffer war Balsam für den stotterten Gorknitzer Motor und die Almtruppe fand wieder besser ins Spiel. Leider kam diesmal der Pausenpfiff zu früh! Mit dem Unentschieden ging man dann in die Pause.

 

Halbzeit zwei sollte dann ein Spektakel werden mit falschem Ausgang. Gorknitz stand jetzt defensiv und in der zentrale deutlich besser und drängte den Gastgeber jetzt zusehends in die eigene Hälfte. Leider blieben die Großchancen Mangelware! Knackpunkt im Spiel war dann das 2:1 in der 65.Minute für Dohna aus mehr als abseitsverdächtiger Position. Nach einer Ecke rückte Gorknitz geschlossen raus und der Abpraller wurde über die Abwehr zum freistehenden Verteidiger geschlagen, welcher Nagel keine Chance ließ. Klar war, dass alle Gorknitzer Anhänger auf Abseits plädierten und Dohna das Gegenteil behauptete, aber laut neutralem Zuschauer war es deutliches Abseits. Aber so ist Fußball und die Schiedsrichter sind auch nur Menschen. Nun versuchte es Gorknitz mit überhastetem Anrennen. Sinnbildlich dann das 3:1 7 Minuten später. Lawrenz wurde in der Höhe der gegnerischen Eckfahne gefoult, statt in Ruhe abzuwarten, dass die langen Kerle nach vorne kommen, spielte er schnell auf den durchgestarteten Wirthgen, welcher sichtlich überrascht den Ball verlor. Der Konter wurde dann von dem Gastgeber eiskalt ausgenutzt. Wer jetzt dachte, die Gäste würden die Köpfe hängen lassen, täuschte sich gewaltig. Der LSV zeigte Moral und setzte die Dohnaer erneut unter Druck. Ein weiter Abschlag von Keeper Nagel läutete dann die Aufholjagd ein. Lawrenz setzte den Dohnaer Verteidiger unter Bedrängnis und lauerte auf Fehler. Der zu kurze Rückpass war eine Einladung für den Stürmer, der nur durch ein Foul im Strafraum zu stoppen war. Den fälligen Elfer (76. Min) haute Mönch sicher in die Maschen zum 2:3 Anschluss. Nun war Feuer im Gorknitzer Spiel und der Aufwand wurde belohnt. Ein langer Einwurf fand keinen Abnehmer und landete letztendlich bei Süß, der zentral vor dem Tor die Nerven behielt und zum 3:3 einnetzte (88. Min). Jetzt war alles drin! Der LSV war jetzt psychologisch im Vorteil, wollte aber trotzdem nicht auf Krampf den Sieg erringen und stellte wieder auf Viererkette um. Defensiv sollte nichts mehr anbrennen. So die Theorie, die Praxis war haarsträubend. Ein schnell ausgeführter Einwurf in den Lauf des gefährlichsten Dohnaers auf dem Platz und wieder war nur ein Abwehrspieler da. Das schlechte Stellungsspiel der Gorknitzer Hintermannschaft nutzte der gegnerische Stürmer zur erneuten Führung in letzter Sekunde zum 4:3.

 

Das Tor in letzter Sekunde war eine bittere Pille, die die Gorknitzer Truppe jetzt schlucken muss. Sie ist aber hoffentlich die Initialzündung für alle Spieler, selbstkritisch mit sich umzugehen und noch eine Schippe drauf zu legen, im Spiel sowie im Training! Die nächsten Spiele dienen weiterhin der Neuentwicklung der LSV Truppe. Trotzdem sind Siege dafür immer am besten geeignet. Graupa im nächsten Heimspiel soll dies hoffentlich zu spüren bekommen.


Der LSV spielte mit:

Nagel - Wirthgen - Linddorf - Mühle - Hohlfeld - Carsch (G.Henke) - Mönch - Süß - Köckeritz (Hausdorf) - Uhlemann - Lawrenz

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